Huis Marseille: Fotografie in zwei Grachtenhäusern
Eine Sammlung ohne Dauerausstellung, Räume voller historischer Details und ein Ausstellungsprogramm, das nach dem 18. Oktober wechselt.

Das Huis Marseille zeigt Fotografie an der Amsterdamer Keizersgracht. Die Ausstellungen verteilen sich auf zwei Grachtenhäuser aus dem 17. Jahrhundert, mit Deckenmalereien, Marmor und einem roten historischen Salon. Das Museum eröffnete 1999 und wurde 2013 um das Nachbarhaus mit der Nummer 399 erweitert. Die Fotos zu diesem Porträt zeigen einen Saal im Februar 2026 und den Grachtengarten im April 2025; der abgebildete Saal zeigt keine aktuelle Ausstellung.
Die Sammlung umfasst nach Angaben des Huis Marseille etwa 800 Werke zeitgenössischer Fotografie. Sie begann mit rund fünfzig Fotografien aus der Privatsammlung der Familie De Pont, darunter Arbeiten von Andreas Gursky, Thomas Ruff und Thomas Struth. Später kamen unter anderem Deana Lawson und Viviane Sassen hinzu. Das bedeutet nicht, dass ihre Fotografien immer in den Räumen zu sehen sind: Das Museum hat ausdrücklich keine ständige Sammlungspräsentation. Fotografien sind lichtempfindlich und bleiben deshalb nicht lange ausgestellt.

Stattdessen wechselt das Ausstellungsprogramm durchschnittlich dreimal im Jahr. Die eigene Sammlung und neue Ausstellungen beeinflussen einander: Eine Ausstellung kann zu Ankäufen führen, vorhandene Werke können ein neues Projekt anstoßen. Das Museum hat etwa vierzehn Ausstellungsräume, darunter den Lichthof des zweiten Hauses. Zwischen den Sälen liegen auch eine Bibliothek, ein Fotobuchladen und ein Garten. Wer vor allem wegen eines bestimmten Fotografen kommt, sollte vorher das aktuelle Programm prüfen.
Am 16. Oktober 2026 ist Martine Gutierrez’ Wunderkind noch zu sehen. Die Ausstellung läuft vom 27. Juni bis einschließlich 18. Oktober. Gutierrez erforscht mit Fotografie, Video, Musik und Performance, wie Identität geprägt und gezeigt wird. Selbstporträts, Kindheitserinnerungen und Spielzeug tauchen in ihren Arbeiten wiederholt auf. Nach Freitag, dem 16. Oktober, bleibt nur ein kurzes Besuchsfenster.
Ab dem 24. Oktober stehen drei neue Ausstellungen im Museumsprogramm: De essentie van een Venetiaanse droom von Adolphe de Meyer, Hier von Andrzej Steinbach und Belongings von Maya Inès Touam. Sie sind bis einschließlich 7. Februar 2027 angekündigt. Laut Besucherinformation schließt das Huis Marseille an den Tagen vor einer Eröffnung, während eine neue Ausstellung eingerichtet wird. Die genauen Schließtage zwischen diesen Programmen nennt die Seite nicht.
Die Adresse lautet Keizersgracht 401, 1016 EK Amsterdam. Normalerweise ist das Huis Marseille täglich von 10 bis 18 Uhr und donnerstags bis 21 Uhr geöffnet. Der reguläre Eintritt ist mit 12,50 Euro angegeben; Studierende, Menschen ab 65 Jahren und Inhaber einer CJP-Karte zahlen 6,50 Euro. Kinder unter achtzehn Jahren und unter anderem Inhaber der Museumkaart haben freien Eintritt. Laut Museum berechtigt ein Ticket zum Besuch der Ausstellungen in beiden Häusern, der Bibliothek, des Gartens und des Gartenhauses. Der Buchladen ist auch ohne Museumsticket zugänglich.
Die Straßenbahnlinien 2, 17 und 24 halten an der Keizersgracht, etwa vier Gehminuten vom Museum entfernt. Die Grachtenhäuser haben viele Treppen und sind nicht vollständig rollstuhlgerecht; die Säle sind mit Rollstuhl oder Rollator schwer zugänglich. Eine notwendige Begleitperson hat freien Eintritt. So lässt sich der Besuch auf das abstimmen, was in diesen historischen Räumen tatsächlich möglich ist.