Pieter Teyler van der Hulst hinterließ nach seinem Tod 1778 Geld für Kunst und Wissenschaft. Im Garten hinter seinem Haus am Spaarne entstand zwischen 1779 und 1784 der Ovale Saal von Leendert Viervant: Bücher- und Kunstsaal in einem. Instrumente, Fossilien, Zeichnungen und Münzen teilten das Licht derselben Laterne. Wer heute in den Saal blickt, sieht diese Idee noch immer dastehen. Regale voller Mineralien. Schränke voller Druckgrafik. Ein Raum, der sich nicht zwischen Schönheit und Messung entscheidet.

Zwischen 1778 und 1950 war Teylers vor allem eine Werkstatt. Martinus van Marum kaufte die neuesten Apparate: Elektrisiermaschinen, Teleskope, später frühe Lampen. Die Fossiliensammlung wuchs auf Zehntausende Stücke. Eine Zeichnung eines Gewitters und ein Apparat, der Funken erzeugt, antworten auf dieselbe Neugier. Die Unterscheidung „Kunstsaal“ versus „Labor“ ist erst später erfunden worden. Hier lautete die Frage zuerst: Was ist das, und wie funktioniert es?

Leendert Viervant, Entwurf für den Ovalen Saal des Teylers Museum.
Bild, Bildunterschrift & Herkunft ↗

Blicken Sie hinauf zur ovalen Galerie und danach auf ein einzelnes Instrument in der Vitrine. Der Abstand zwischen diesen beiden Blicken ist das Museum: anmutiges Holz und eine Messfrage im selben Raum.