StartMuseum Magazine
Deutsch

Ausstellungen

Ein Polderplan auf Papier: Van Scorel und Pé Okx in Alkmaar

Ab dem 10. Oktober bringt das Stedelijk Museum Alkmaar eine alte Karte der Zijpe mit zeitgenössischer Kunst zusammen. Papier, Leinen und eine digitale Landschaft zeigen, wie die Idee für neues Land Gestalt annimmt.

Die Fassade des Stedelijk Museum Alkmaar an einem Platz.
Stedelijk Museum Alkmaar, 24. Januar 2011. Foto: Dqfn13 / Wikimedia Commons · Public domain

80 x 240 cm: Dieses Format nennt das niederländische Nationalarchiv für die handgezeichnete Karte des Eindeichungsplans für die Zijpe. Das Papier ist auf Leinen aufgezogen. Die Karte zeigt den Norden von Noord-Holland, Inseln und Arbeiten an der Eindeichung. Sie ist ein Entwurf für eine Landschaft, die sich verändern soll.

Für Van water naar land leiht das Stedelijk Museum Alkmaar die Karte vom Nationalarchiv. Die Ausstellung eröffnet am Samstag, dem 10. Oktober. Neben alten Karten und Gemälden stehen zeitgenössische Kunstwerke und eine Installation, mit der Besucher ihre eigene Version einer Landschaft gestalten können.

Eine Karte für einen Antrag

Das Nationalarchiv datiert die Entwurfskarte der Zijpe auf etwa 1552–1553 und gibt ihre Maße mit 80 mal 240 Zentimetern an. Der Eindeichungsplan gehörte zu einem Antrag auf ein Privileg; diese Karte war Teil davon. Die gezeichnete Landschaft erfüllte damit einen Verwaltungszweck: Sie machte einen geplanten Eingriff vorstellbar.

Die Küste ist konkret ausgearbeitet. Das Archiv nennt Eierland, Texel, Wieringen, Huisduinen und Callantsoog neben den Arbeiten an der Zijpe. Die Karte enthält deshalb sowohl die Umgebung als auch den Ort, an dem das Land verändert werden sollte. Ein Polderplan wird verständlicher, wenn auch das umliegende Wasser und Land dargestellt sind.

Bei der Zuschreibung ist eine Einschränkung nötig. Das Nationalarchiv schreibt die Karte Jan van Scorel zu, nennt aber auch die Möglichkeit, dass ein Schüler sie zeichnete. Diese Unsicherheit gehört zum Objekt. Das Museum verortet den Eindeichungsplan in der letzten Phase von Van Scorels Leben; der Künstler lebte von 1495 bis 1562.

Vom Entwurf zum digitalen Eingriff

In Alkmaar wird das historische Material durch Arbeiten von Pé Okx ergänzt. Nach Angaben des Museums beschäftigt ihn das Verhältnis der Menschen zu ihrer natürlichen Umgebung und zur Landschaft. Hinzu kommen Gemälde, Karten und Entwürfe aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Der Polderplan steht damit zwischen verschiedenen Möglichkeiten, Land zu betrachten und darzustellen.

Die Bibliothek und das Museum am Canadaplein in Alkmaar.
Links die Bibliothek, rechts das Stedelijk Museum Alkmaar, 23. November 2014. Foto: Dqfn13 / Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0 · verkleinert

Die digitale Installation macht einen Teil dieser Arbeit für Besucher zugänglich. Sie können in der Installation Veränderungen vornehmen und eine andere Darstellung des Gebiets entstehen lassen. Technologiepartner Hypersolid entwickelte das interaktive Erlebnis gemeinsam mit dem Museum. Besucher können Elemente entfernen, neue einfügen oder Bereiche schützen. So erhält ein gedachtes Gebiet während der Arbeit eine andere Form.

Der alte Entwurf und die neue Installation unterscheiden sich stark im Material. Auf der handgezeichneten Karte sind die Linien auf Papier festgelegt; in der digitalen Umgebung können Besucher die Darstellung verändern. Der Zusammenhang liegt im vorhergehenden Schritt: Jemand überlegt, wie eine Landschaft aussehen könnte. Die Ausstellung gibt diesem Denken eine Form, die sich betrachten lässt.

Praktische Informationen

Van water naar land läuft vom 10. Oktober 2026 bis einschließlich 28. Februar 2027. Das Stedelijk Museum Alkmaar befindet sich am Canadaplein 1, 1811 KE Alkmaar. Von Dienstag bis Sonntag ist es zwischen 11.00 und 17.00 Uhr geöffnet. Montags sowie am 25. Dezember und 1. Januar ist das Museum geschlossen.

Die Besuchsseite nennt für 2026 einen regulären Eintrittspreis von 17,00 €. Mit der niederländischen Museumkaart sowie für Besucher bis einschließlich 18 Jahre ist der Eintritt frei. Barzahlung ist nicht möglich; bringen Sie eine Debitkarte mit. Für größere Taschen stehen Schließfächer bereit. Die allgemeinen Besuchsbedingungen und mögliche vorübergehende Einschränkungen finden Sie auf der Website des Museums.

Besuchsdaten geprüft am 4. Oktober 2026; informieren Sie sich vor der Anreise auf der aktuellen Museumswebsite.

Quellen und Bildnachweise ↗

Rubriken

MuseumskarteMuseen entdeckenStartseiteMuseumsgeschichtenKunst betrachtenWelt & ObjektHinter den KulissenVeranstaltungen