Die Erbauer der Hünengräber in der archäologischen Sammlung des Drents Museum
Funde aus Drenther Hünengräbern erzählen von frühen Bauern, Bestattungen und Erinnerung. In Labyrinthia erhält diese Vorgeschichte einen interaktiven Platz.

Ein Hünengrab ist in der Landschaft Drenthes noch immer zu sehen. Die großen Steine von D27 bei Borger auf dem Foto zu dieser Geschichte stehen außerhalb des Drents Museum in Assen. Im Museum werden dagegen die kleineren Spuren bewahrt, die helfen, die Menschen hinter solchen Monumenten zu verstehen. Die archäologische Sammlung enthält Funde aus Drenther Hünengräbern von etwa 3500 bis 3300 v. Chr. Sie werfen die Frage auf, wie frühe Bauern lebten und ihre Toten bestatteten. Landschaft und Gegenstände erzählen unterschiedliche Teile derselben Geschichte.
Die Sammlung begann bescheiden: Laut Museum passte sie 1854 noch in einen einzigen Schrank des damaligen Provinzialmuseums für Altertümer. Später wuchs sie durch Forschung und Ausgrabungen. Heute umfasst sie unter anderem Mammutknochen, Funde von Neandertalern, Münzen, Schmuck und Gebrauchsgegenstände. Nicht alles stammt aus der Zeit der Hünengraberbauer. Gerade die Folge verschiedener Epochen gibt der Vorgeschichte Drenthes einen Zusammenhang: Menschen bewohnten das Gebiet lange vor den ersten bäuerlichen Grabmonumenten und lebten auch Jahrhunderte danach dort.

Funde aus den Hünengräbern berichten nicht unmittelbar vom Leben ihrer Erbauer. Sie müssen gedeutet werden: Was sagt ein Gegenstand über ein alltägliches Ritual, was über eine Bestattung? Das Museum fragt, wie die Erbauer der Hünengräber ihrer Toten gedachten und für wen die Grabhügel angelegt wurden. Danach verschiebt sich der Blick zur Bronzezeit. Grabbeigaben aus einem Grabhügel in Drouwen erzählen etwas über Unterschiede im sozialen Rang. Archäologie ordnet also nicht nur Steine und Jahreszahlen, sondern versucht zu verstehen, welche Entscheidungen Menschen trafen.
In Labyrinthia, der fortlaufenden Sammlungspräsentation des Drents Museum, treffen Archäologie, Kunst und Geschichte in fünfzehn Räumen zusammen. Die Museumswebsite nennt interaktive Elemente, die eine vorgeschichtliche Landschaft lebendig werden lassen. Besucher können Scherben aus der Zeit der Hünengraberbauer ertasten und Techniken von Mammutjägern kennenlernen. Das überbrückt die Distanz zu Jahrtausenden, ohne die Originalfunde selbst als Dinge zum Anfassen darzustellen. Welche konkreten Funde aus Hünengräbern am 16. Oktober in den Sälen zu sehen sind, wird nicht angegeben.
Das Mädchen von Yde gehört ebenfalls zur archäologischen Sammlung und wird vom Museum als Höhepunkt von Labyrinthia genannt. Ihre Geschichte verdient ein eigenes, sorgfältiges Objektporträt; hier bleibt es bei ihrem Platz im größeren Überblick. Die Sammlung zeigt auch, weshalb Funde aus dem Moor besonders sind: Empfindliche organische Reste konnten dort erhalten bleiben. Neben dem Mädchen nennt das Museum zum Beispiel das Kanu von Pesse und alte Holzräder. Zusammen erweitern sie das Bild der Urzeit über die Hünengräber hinaus.
Labyrinthia ist ausdrücklich keine stille Reihe von Vitrinen. Das Museum nutzt Geräusche, bewegte Bilder und dunkle Räume. Es warnt selbst vor einer sehr hohen Reizintensität, eine wichtige Information für Menschen, die schnell überreizt sind. Ein großer Teil des Museums ist mit dem Aufzug erreichbar, ein Teil des denkmalgeschützten Gebäudes jedoch weniger gut zugänglich. Rollstühle, Rollatoren und Klapphocker stehen bereit; Rollstühle und Rollatoren sollten laut Museum vorab reserviert werden.
Das Drents Museum liegt am Brink 1, 9401 HS Assen und ist am Freitag, dem 16. Oktober, nach den regulären Zeiten von 10 bis 17 Uhr geöffnet. An der Kasse ist nur Zahlung mit Debit- oder Kreditkarte möglich. Am 17. Oktober beginnt die Ausstellung Angkor – Het mysterie van Cambodja.