Nach fünf Jahren Forschung ging die Operation Nachtwache zur Firnisabnahme über. Am 12. November 2024 begannen acht Restauratoren in einem gläsernen Raum, den Firnis von 1975–76 zu entfernen. Zuerst ein Tuch mit Lösungsmittel, kurz an die Oberfläche gehalten. Der Firnis löst sich und zieht in das Gewebe. Reste älteren Firnisses werden unter dem Mikroskop mit Wattestäbchen entfernt. Das Gemälde kann vorübergehend matt wirken. Das ist keine neue Darstellung. Das ist eine Zwischenphase ohne Glanzschicht.
Firnis sättigt die Farben und hält Staub ab. Mit den Jahren vergilbt er. Wer dann „Rembrandt dunkler macht“, liest die Geschichte des Films, nicht der Farbe. Übermalen würde neue malerische Entscheidungen hinzufügen. Hier ist das Ziel, diese spätere Haut zu lösen, ohne den originalen Pinselstrich mitzunehmen. Baumwollfasern aus älteren Behandlungen sitzen manchmal im Craquelé; sie werden gesondert entfernt. Die Forschung ging voraus: dieselbe Methode an anderen Gemälden, Tests an diesem Gemälde. Restaurierung dokumentiert, was verschwindet. Umkehrbar ist sie nicht bis zur letzten Faser.

Wer dieses Projekt betrachtet, betrachtet eine Oberfläche, die jahrzehntelang einen anderen Ton hatte. Matte Partien neben noch gefirnissten: Das ist die Lehre einer dokumentierten Phase, kein Rätsel darüber, wie der Saal heute zufällig aussieht.



