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Abend; Der rote Baum: Mondrian auf dem Weg zur Abstraktion

Ein feuerroter Apfelbaum vor Kobaltblau zeigt, wie Mondrian begann, die sichtbare Welt umzuformen. Das Gemälde gehört dem Kunstmuseum Den Haag; ob es derzeit im Saal hängt, sollte geprüft werden.

Roter Baum mit weit verzweigten Ästen vor intensiv blauem Hintergrund.
Piet Mondrian, Abend; Der rote Baum, 1908–1910, Öl auf Leinwand, Sammlung Kunstmuseum Den Haag. Foto: Szilas / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 · CC BY-SA 4.0 · Bildquelle

Ein Baum füllt beinahe die ganze Leinwand. Sein Stamm leuchtet rot, während sich die Äste wie ein Netz vor tiefblauem Hintergrund ausbreiten. Das zwischen 1908 und 1910 entstandene Ölgemälde auf Leinwand misst 70 mal 99 Zentimeter. Es gehört zur Sammlung des Kunstmuseum Den Haag. Das Bild zu dieser Geschichte zeigt das Werk selbst.

Wer Mondrian vor allem mit schwarzen Linien und rechteckigen Farbflächen verbindet, sieht hier eine frühere Stufe seiner Entwicklung. Der Baum ist noch erkennbar, doch die Farben sollen nicht neutral wiedergeben, was vor seinen Augen stand. Das Museum nennt das Rot und Kobaltblau einen Bruch mit seiner früheren naturalistischen Malweise.

Hellgelbes Museumsgebäude mit Wasserbecken im Vordergrund.
Das Kunstmuseum Den Haag, zu dessen Sammlung das Gemälde gehört. G.Lanting / Wikimedia Commons · CC BY 4.0 · Bildquelle

Laut Sammlungstext verbrachte Mondrian im September 1908 eine Woche in Domburg. Dort besuchte er die Villa Loverendale, das Sommerhaus der Sammlerin Marie Tak van Poortvliet und der Künstlerin Jacoba van Heemskerck. Im Garten stand ein alter Apfelbaum mit weit ausladenden Ästen. Das Museum schreibt vorsichtig, Mondrian habe dort wahrscheinlich die erste Fassung des Roten Baums gezeichnet. Das Gemälde entstand also nicht an einem Nachmittag: Er begann 1908 damit und arbeitete nach Museumsangaben bis 1910 daran weiter.

Das Museum verbindet die Energie des Gemäldes mit dem Einfluss Vincent van Goghs. Dabei geht es um die Freiheit von Farbe und Pinselstrich, nicht um eine wörtliche Kopie eines Van Gogh. Später wurden seine Bäume weniger erkennbar, bis Rhythmus und Linien wichtiger wurden als das Abbild eines bestimmten Ortes.

Ab dem 10. Oktober 2026 zeigt das Kunstmuseum Den Haag die erneuerte Präsentation Mondriaan & De weg naar abstractie. Die frühere Präsentation Mondriaan & De Stijl ist geschlossen. Auf der Seite zur neuen Route wird Abend; Der rote Baum mit Titel und Abbildung neben anderen frühen Werken und dem späteren Victory Boogie Woogie genannt. Das erklärt, warum das Museum den Baum in seine Erzählung über Mondrians Entwicklung aufnimmt. Die Seite bestätigt jedoch nicht ausdrücklich, dass genau diese Leinwand am Freitag, dem 16. Oktober, im Saal hängt. Wer das Original sehen möchte, sollte vorher beim Museum nachfragen.

Die Sammlungsseite des Kunstmuseum Den Haag nennt auch die materiellen Daten: Öl auf Leinwand, 70 Zentimeter hoch und 99 Zentimeter breit. Das Format ist groß genug, um die Äste mit den Augen zu verfolgen, verlangt aber dennoch genaues Hinsehen. Die digitale Reproduktion zeigt die Komposition; ein Foto ersetzt nicht die Farbschicht und die Oberfläche der Leinwand. Nach eigenen Angaben besitzt das Museum die weltweit größte Mondrian-Sammlung. Ein Besuch der neuen Präsentation kann den roten Baum deshalb mit Werken aus anderen Phasen verbinden, auch wenn die genaue Hängung vorab geklärt werden muss.

Das Kunstmuseum Den Haag liegt an der Stadhouderslaan 41, 2517 HV Den Haag. Die Besucherseite nennt dienstags bis sonntags 10 bis 17 Uhr als reguläre Öffnungszeiten; Freitag, der 16. Oktober, fällt darunter. Ein reguläres Ticket kostet 22 Euro, Jugendliche bis einschließlich achtzehn Jahren und Inhaber der Museumkaart haben freien Eintritt, Studierende zahlen 12 Euro. Das Museum empfiehlt auch mit Museumkaart, ein Ticket mit Startzeit zu reservieren. Straßenbahn 17 und Bus 24 halten in der Nähe.

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