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Ein Goudauer Wandteppich wurde jahrhundertelang falsch zugeschrieben

In Wonder Walls ist Jannetje Wouters’ mehr als zehn Meter lange Landschaftsverdure für kurze Zeit zu sehen. Neue Forschung schreibt den Wandteppich aus dem 17. Jahrhundert einer Frau zu, die mit einem Kreuz unterschrieb.

Das Catharina Gasthuis, in dem sich das Museum Gouda befindet.
Das Catharina Gasthuis, in dem sich das Museum Gouda befindet. Foto: Gouwenaar / Wikimedia Commons · gemeinfrei · Bildquelle

Ein Kreuz unter einem Wandteppich war lange kein Name. In Wonder Walls berichtet das Museum Gouda, dass die mehr als zehn Meter lange Waldlandschaft aus dem Hochzeitssaal des Rathauses von Jannetje Wouters (ca. 1640–1722) stammt. Das Werk wurde jahrhundertelang einem Mann zugeschrieben; neue Forschung änderte diese Zuschreibung.

Wouters konnte nicht schreiben und setzte deshalb ein Kreuz als Signatur. Der Wandteppich ist einmalig im Museum zu sehen, während das Rathaus renoviert und das Werk restauriert wird. Die Präsentation handelt daher nicht nur von großem Textil, sondern auch davon, wie Kunstgeschichte die Urheberschaft von Frauen erkennt.

Gouda war fast zwei Jahrhunderte lang ein Zentrum der Teppichkunst in den nördlichen Niederlanden. Im 17. Jahrhundert arbeiteten dort laut Museum etwa 450 Teppichmacher in ungefähr vierzig Werkstätten. Einige befanden sich in ehemaligen Klöstern, die nach der Reformation leer standen.

Museum Gouda in der historischen Innenstadt.
Museum Gouda in der historischen Innenstadt. Foto: Agaath / Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0 · Bildquelle

Die Ausstellung erweitert die lokale Geschichte um Leihgaben. Wandteppiche aus Schloss Skokloster bei Stockholm sind laut Museum zum ersten Mal seit Jahrhunderten in die Niederlande zurückgekehrt. Weitere Leihgaben sind unter anderem Orestes’ Rache an Aigisthos aus dem Rijksmuseum und ein Teppich mit der Darstellung Afrikas aus dem Petit Palais in Paris.

Wonder Walls verbindet historische Werkstätten mit dem Weben von heute. Die Designerin Mina Abouzahra entwickelt mit zeitgenössischen Gilden Kissen in Amazigh-Bildsprache; sie werden in Marokko gewebt. Ihre Arbeiten sind auch in der separaten Präsentation Woven Letters zu sehen.

Die Ausstellung läuft bis einschließlich 29. März 2027 im Museum Gouda, Oosthaven 9. Das Museum ist Dienstag bis Sonntag von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Erwachsene zahlen 16 Euro; für Besucher bis 17 Jahre und Inhaber der Museumkaart ist der Eintritt frei.

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