Henry Chalfant hielt den Zug im Bild fest
Redaktion ·
ART IS NOT A CRIME eröffnet am 9. Oktober im STRAAT Museum. Fotos bemalter New Yorker U-Bahnen zeigen, wie vergängliche Straßenkunst zu einem dauerhaften Archiv wurde.

Ein bemalter U-Bahn-Zug bleibt nicht stehen, damit man ihn betrachten kann. Gerade deshalb fotografierte Henry Chalfant in den 1970er- und 1980er-Jahren ganze Züge in New York. Ab dem 9. Oktober 2026 zeigt das STRAAT Museum in Amsterdam seine Arbeiten in ART IS NOT A CRIME, bis zum 13. März 2027.
Die Ausstellung vermittelt diesen Maßstab. Laut Museum fährt auf einer LED-Wand ein lebensgroßer bemalter Zug ein; eine mehr als 25 Meter lange Wand zeigt über fünfhundert Fotos kompletter U-Bahn-Züge. Reproduktionen in Originalgröße geben den flüchtigen Werken den Raum zurück, den sie auf der Straße hatten.
Chalfant bewahrte nicht nur Bilder, sondern half, eine Bildsprache zu verbreiten. Mit Martha Cooper schuf er 1984 das Buch Subway Art. Im selben Jahr stellte er in der Amsterdamer Galerie Yaki Kornblit aus. Laut STRAAT fotografierten Jugendliche diese Ausstellung, vervielfältigten die Bilder und verbreiteten sie weiter.

Darum erhält auch die niederländische Graffiti-Geschichte einen eigenen Platz. Dutch Graffiti Library ist Gastkurator und liefert Archivmaterial; SUSO33 kuratierte die Ausstellung. Neben den Zugfotos nennt das Museum Skizzenbücher, Flyer, Zeitungsausschnitte, Tonaufnahmen und Videos. Thema sind somit sowohl die Bilder auf den Waggons als auch die Wege ihrer Verbreitung.
STRAAT liegt am NDSM-Plein 1. Die Ausstellung ist mit einer regulären Museumskarte zugänglich; für Samstag, 10. Oktober, ist von 14.30 bis 16.30 Uhr eine Signierstunde mit Chalfant angekündigt. Hier lässt sich betrachten, was sonst mit dem nächsten Zug verschwunden wäre.