Das Depot des Museum Boijmans Van Beuningen ist das erste öffentlich zugängliche Kunstdepot der Welt. Mehr als 154.000 Objekte sind hier versammelt, nach Klima geordnet in vierzehn Kompartimenten. Nur ein kleiner Teil passte je in das Museumsgebäude nebenan. Hier hängt, liegt und steht der Rest: Gemälde, Design, Druckgrafik, eine Installation so groß wie ein Saal. Besucher gehen durch das Atrium mit seinen Vitrinen und können in Begleitung eines Guides einen Lagerraum betreten. Nicht jeder Raum ist frei zugänglich. Papier und Fotos bleiben in geschlossenen Schränken; Einsichtnahme nach Vereinbarung.

Das Depot stellt auch eigene Präsentationen zusammen. Manchmal ist die Konservierung selbst das Thema, etwa die Forschung an Van Goghs Pappeln. Das ist etwas anderes als ein klassischer Ausstellungssaal, aber es ist durchaus ein Programm. Sie sehen Restauratoren bei der Arbeit, Kunsttransporteure beim Heben und eine Sammlung, die in Regalen wartet. Die Spannung liegt im Zusammenprall von Dingen, die in einem Museum nie nebeneinander hängen würden: eine mittelalterliche Skulptur neben einem Stuhl aus dem zwanzigsten Jahrhundert, weil beide dieselbe Luftfeuchtigkeit brauchen.

Blick vom Depot auf das Museum Boijmans Van Beuningen.
Bild, Bildunterschrift & Herkunft ↗

Schauen Sie zuerst auf die Spiegelfassade. Dann auf ein einzelnes Regalbrett. Die Fassade verspricht Rotterdam. Das Regalbrett verspricht, wie ein Museum entscheidet, was die Luft tun darf.