Whistler ließ ein Porträt ohne erzählte Geschichte sprechen
Redaktion ·
Ab dem 16. Oktober zeigt das Van Gogh Museum rund hundert Werke des amerikanischen Künstlers. Sein Bildnis der Mutter erklärt mit, warum Van Gogh ihn betrachtete.

Ab dem 16. Oktober 2026 zeigt das Van Gogh Museum in Amsterdam Whistler. Dandy und Querdenker. Die Ausstellung läuft bis zum 10. Januar 2027, nicht bis Februar, wie ein älterer Kalender nahelegte. Laut Museum sind rund hundert Werke zu sehen.
Das bekannteste Werk ist Whistlers Porträt seiner Mutter von 1871. Dazu kommen nächtliche Ansichten der Themse und lebensgroße Porträts. Diese Vielfalt zeigt, dass James McNeill Whistler (1834–1903) seine Themen unterschiedlich behandelte.
Van Gogh kannte Whistlers Arbeit. Das Museum verweist auf Briefe über dessen Radierungen und auf einen Brief von 1889 an seine Schwester Willemien, in dem er das Mutterporträt erwähnt. Beide Künstler faszinierten sich zudem für japanische Kunst. Das gibt dem Bild in Amsterdam einen weiteren Zusammenhang.

„Querdenker“ hat auch einen biografischen Grund. Der in den Vereinigten Staaten geborene Whistler arbeitete vor allem in Paris und London. Er verklagte den Kritiker John Ruskin und veröffentlichte seine Streitigkeiten in The Gentle Art of Making Enemies. Das Museum zeigt damit einen Künstler, der auch um die Deutung von Kunst rang.
Das Van Gogh Museum liegt am Museumplein 6. Laut Museumsseite kostet die Ausstellung keinen Zuschlag, doch auch Inhaber der Museumkaart müssen online ein Ticket mit Startzeit buchen. Prüfen Sie vor der Anreise die aktuellen Angaben.