Wie eine Wollspinnerei die Räume von De Pont prägte
Die große Halle, die Gänge und die früheren Wolllager von De Pont folgen noch immer der Logik der einstigen Fabrik.

Am Wilhelminapark in Tilburg steht ein Gebäude, dessen Äußeres wenig über das Innere verrät. Das Museum De Pont befindet sich in der ehemaligen Wollspinnerei Thomas de Beer. Als das Museum den Komplex Anfang 1990 erstmals besichtigte, war die Spinnerei noch in Betrieb. Der Weg von der Rohwolle zum Garn hatte ihren Grundriss bestimmt.
Die Abfolge ist nach Angaben des Museums noch erkennbar: zuerst große Wolllager, dann ein breiter hoher Gang, kleinere Wolllager und schließlich die große Halle mit Licht von oben. Wo einst Material und Maschinen Platz brauchten, beeinflussen dieselben Raumverhältnisse heute die Begegnung mit Kunst. Die kleinen Räume haben einen anderen Maßstab als die helle Haupthalle.

Vor der Museumseröffnung 1992 bauten Benthem Crouwel Architecten die Fabrik um. Dach und Boden der großen Halle wurden erneuert, die Wände restauriert. Drei Durchbrüche verbesserten den Rundgang und schufen eine Sichtachse vom Eingang aus. So blieb der industrielle Charakter erhalten, während Besucher sich im Museum orientieren können.
2016 kam ein Flügel für Fotografie, Video und Multimedia-Installationen hinzu, dazu ein Café an der Gartenseite. Damit erhielt die ehemalige Spinnerei eine weitere Bauschicht. Das Foto eines kleineren Bibliotheksraums zeigt, dass auch bescheidenere Zimmer ihren Platz im heutigen Museum haben.
Ein Besuch in De Pont ist deshalb auch ein Gang durch eine neu genutzte Fabrik: vom Korridor in kleine Räume und die Haupthalle. Das Museum am Wilhelminapark 1 ist dienstags, mittwochs sowie freitags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet, donnerstags bis 20 Uhr. Aktuelle Angaben zu Eintritt und Programm stehen auf der Museumswebsite.